Metadatenformate
XMetaDiss
Dissertationen kommt unter den wissenschaftlichen Publikationen eine Sonderrolle zu. Angesichts der Multifunktionalität dieser Dokumente muss der diesen Dokumententyp beschreibende Metadatensatz vielfältigen Ansprüchen gerecht werden.
- Eine Dissertation ist in der Regel eine aktuelle fachwissenschaftliche Publikation und das wohl wichtigste Dokument in dem individuellen Qualifizierungsprozess eines Wissenschaftlers. Daher müssen die zu konzipierenden Metadaten, d. h. die zur Recherche notwendigen Strukturinformationen über die entsprechenden Arbeiten, diesem Anspruch genügen. Somit müssen Informationen über die fachliche Einordnung der Dissertation, sei es über Stichworte, über Klassifikationsschemata oder über Fachthesauri, im Metadatensatz berücksichtigt werden.
- In der Bundesrepublik Deutschland unterliegen die Dissertationen der gesetzlichen Veröffentlichungspflicht. Nach ihrem Erscheinen werden sie in Bibliotheken katalogisiert und als rein bibliothekarisches Objekt behandelt. Es wurden daher die Anforderungen der Bibliotheken im Metadatensatz besonders berücksichtigt.
- Für den Doktoranden steht die persönliche wissenschaftliche Qualifikation im Vordergrund. Durch die Dissertation wird ein akademischer Grad erworben, und sie ist Bestandteil des gesamten Promotionsverfahrens. Aus diesem Grund müssen auch juristische Aspekte im Metadatensatz berücksichtigt werden.
Das Potenzial von XMetaDiss besteht unter anderem in folgenden Aspekten
- in der Nutzung von hierarchischen Strukturen und der damit verbundenen Vermeidung von Zuordnungsfehlern (bisher erfolgte die Zuordnung nur durch die Reihenfolge der Elemente)
- in der Schaffung eines Formates für Online-Hochschulschriften, das per OAI-Protokoll ausgetauscht werden kann
- in der Schaffung eines zum internationalen NDLTD-Set ETD-MS (NDLTD - Networked Digital Library of Theses and Dissertations; ETDMS - Electronic Theses and Dissertations Metadata Standard) kompatiblen Formates, damit deutsche Online-Hochschulschriften über internationale Metadatensuchmaschinen eingebunden werden können
- in der angestrebten gemeinsamen Nutzung eines XML Metadatensets für Online-Dissertationen mit der SNB (Schweizerische Nationalbibliothek) und der ÖNB (Österreichische Nationalbibliothek)
- in der einfachen Transformationsmöglichkeit mittels XSLT in andere Metadatenformate wie ETD-MS und Dublin Core Simple
Die Definition von XMetaDiss erfolgt primär über ein XML-Schema, es steht jedoch auch eine DTD zur Verfügung.
Die Referenzbeschreibung zur aktuellen Version des XMetaDiss-Formates sowie Schema- und Beispiel-Dateien befinden sich auf den Informationsseiten der Deutschen Nationalbibliothek.
Metadatenset ETD-MS der NDLTD
Dublin Core Element Set
OAI Protocol for Metadata Harvesting